Interview
mit Hans-Walter Schmitt
(Deutschland)

http://www.chesstigers.de

Last update: FQ January 25th, 2005 (12:00 MEZ)
This interview is in German only available!

 

Hans-Walter Schmitt, Interview
"Jetzt ist Heuwetter"

von Frank Quisinsky

Hinweis:
Eine weitere Veröffentlichung des Interviews ist erwünscht, sofern die Quellenangabe erfolgt, Quelle:
Arena Chess GUI: http://www.playwitharena.com
Ferner unter der Voraussetzung des vollständigen Abdruckes (z. B. in Printmedien)
Frank Quisinsky, Schweich, den 24. Januar 2005.

Für weitere Informationen: Frank Quisinsky

 

Vorgeschichte:
Eine herausragende Kompatibilität der Arena Chess GUI von Martin Blume ist Chess960 oder auch FRC (Fischer Random Chess). Grund genug den "Gladiatoren" (Anwender der Arena Chess GUI) Chess960 ein wenig näher zu bringen durch ein Interview mit Hans-Walter Schmitt.

Hans Walter Schmitt ist Vorstandsvorsitzender der Frankfurt Chess Tigers e.V. Hans Walter wird oft bezeichnet als verdienter Protagonist des Chess960.

Quelle: Reinhard Scharnagl
Smirf / FullChess
Die revolutionäre Zukunft des Schachspiels (inkl. Computerschach):
TOP TIPP: ISBN 3-8334-1322-0
Seiten: 75, 76, 113

Als Vater der Chess Classic Events in Mainz begeisterte Hans-Walter heutige Top-Spieler und Weltmeister für Chess960, etablierte die WNCA und initiierte das IPS-System.

WNCA:
World New Chess Association, gegründet am 14. August 2003
Das Schach und besonders die Zukunftsaspekte waren in der Krise. der FIDE als Weltverband schien es an klaren Konzepten zu mangeln. Weder existierte ein klar zu benennender Weltmeister, noch gab es einen regulären Zyklus für Weiltmeisterschaften. Sein Rating-System taugte eigentlich nur für langsame Partien, wie es überhaupt an einer Vielfalt einzelner Disziplinen innerhalb der Möglichkeiten des Schach fehlte. Dagegen erkannte man klar die attraktiven Chancen des Chess960 (FRC) und seinen hohen Unterhaltungswert.

IPS-System:
I
ndividual Player Strength
Ein eigenständiges Spielstärkensystem, in das alle Leistungen auch aus unterschiedlichen Disziplinen einfließen sollen (All over All Rating System).

Hans-Walter Schmitt

 

Interview

FraFrank Quisinsky:
Du stehst nicht "nur" mit Deinem Namen, sondern auch mit vielen bemerkenswerten, schier unglaublichen Organisationen für die Chess960 Idee. Seit vielen Jahren sehen Dich bekannte Größen der Szene als Frontkämpfer. Das Chess960 Turniere mal einen so hohen Stellenwert haben werden hätte wohl niemand so Recht vermutet. Ab welchen Zeitpunkt hast Du die "Liebe" zum Chess960 entdeckt? Wie kam es zu Deinen ersten Kontakten zu diesem Themenkomplex? Wer hat Dich animiert? Weltmeister Bobby Fischer selbst?

Hans Walter Schmitt:
Phase 1: Der Amerikaner Robert James (Bobby) Fischer allein gegen das ganze Imperium der  Sowiet-Schachspieler faszinierte mich dermaßen, dass ich 1971/72 anfing als schon 20-Jähriger selbst zu spielen – Fischers Aussage motivierte mich ungemein. „Ich will den Sieg für mich allein und mit keinem Sekundanten teilen“ und warf seinen Sekundanten Lombardy raus. Ich betrachtete damals schon Hängepartien und Sekundantentum als Form der Vorbereitung bzw. während des WM-Kampfes für unanständig!

Phase 2: Zu dieser Zeit dachte ich noch, dass es für mein Denken (Naturwissenschaft bzw. Logik) keine Limits gibt. Beim Schach spürte ich schon am ersten Tag im Schachklub Unterliederbach (Vorort von Frankfurt) klare Grenzen, nach weiteren drei Jahren war ich 1975 Vereinsmeister (Ingo 108) und bekam die Einsicht „Da geht nichts mehr!“ Die Schachleistung von Fischer wuchs für mich dadurch ins Unermessliche! Danach trat leider Fischer von der Bühne ab, was mich schockte und  sehr erzürnte. Die Sowiets (Karpow) hatten wieder den Titel. Ich quittierte innerlich das Schach, hatte aber trotzdem Lust weiter zu spielen als Amateur, dank meines besten Freundes Roland Donges – jeden Montag ein Blitzkampf „Best of Sixteen“ nach WM-Regeln!

Phase 3: Fischers Wettkampf in Sveti Stefan (Jugoslawien) interessierte mich nicht mehr wirklich, aber die aufkommende Idee Chess960, die das Sekundantentum und die theoretische Vorbereitung als entscheidender Faktor aushebeln würde, ließ das Feuer wieder für Fischer und Fischers Idee brennen. Die Idee ist einfach genial, fair und spannend – es entsprach einfach allem was ich auch im oberen Führungskreis bei Siemens gerne machte: Neue Ideen umsetzen und die schwierigsten Projekte meistern mit einem kompetenten Mitarbeiterstab und der Aussage meiner erfahrenen Kollegen: „Das geht nicht, Du verbrennst Dir die Finger und Du machst Dein ganzes Team kaputt“. Aber es lief sowohl im Beruf , Manager in Sachen UNIX (1985) und Internet (1995), als auch im Schach fantastisch – mein Team eilte von Erfolg zu Erfolg und konterte die besten Wettbewerber aus Asien und Amerika aus. 1994 wurden dann die Chess Classic geboren, nicht mit traditionellem und langsamen Schach, sondern mit dem wesentlich schwieriger zu organisierendem unterhaltsamen Schnellschach und mit dem besten Schnellschachspieler aller Zeiten, Viswanathan Anand aus Indien. Niemals in meinem Leben ließ mich mein Instinkt im Stich, warum gerade soll das bei der Chess960 Idee ausgerechnet passieren – deren Brillanz einfach ignoriert wird.

Am 09.06.96 (man betrachte das Datum, 2 x 960 drin) testete ich zum ersten Mal mit meinem Club SC Frankfurt-West im „Gasthaus zur Sonne“ im abgelegenen Schollbrunn (Spessart) dieses Spiel. Mir ging sofort ein Kronleuchter auf und dazu kam, dass alle es „Scheiße“. fanden! 10 Tage später wollte Fischer seine Idee in Buenos Aires mit den Großmeistern Eugenio Torre (Philippinen) und Pablo Ricardo (Argentinien) vorstellen, aber dies scheiterte im letzten Moment an der Ignoranz der Veranstalter, bzw. der Kompromisslosigkeit von Fischer. Mir war sofort klar, was zu tun ist: das Turnier Chess Classic bis zur Top Ten Veranstaltung hochpowern, Katalysator Computerschach, und dann diesen Bekanntheits- und Imagefaktor für Fischer Schach nutzen – möge die Übung gelingen, gesagt, getan - 10 Jahre hatte ich mir für den ersten Teil „Chess Classic“ eingeräumt und weitere 10 Jahre für den zweiten Teil „Fischer-Schach“ – jetzt schreiben wir das 12. Jahr – es kann also noch funktionieren.

Phase 4: Wenn die Programme und die Datenbank für Chess960 da sind und das nötige Geld von modernen Sponsoren, die die Nase voll haben von dem ewigen FIDE-Geschacher, dann gibt es kein „Halten“ mehr. Der 1. German Chess960 Grand Prix in 2005 wird gute Dienste leisten und setzt einen weiteren Meilenstein.

 

 

Frank Quisinsky:
Lasse uns mal die Entwicklungen, speziell in den Schachvereinen, näher betrachten. Vor ca. 10 Jahren rief alles nach Veränderung. Vereinsinterne Events kamen zu kurz. Nach dem Aufschwung durch das Kandidatenhalbfinale Kortschnoi - Hübner, welches in Deutschland vor ca. 25 Jahren für einen regelrechten Boom gesorgt hatte, versank von Jahr zu Jahr das "Königliche Spiel" wieder in der Versenkung bzw. lies das öffentliche Interesse deutlich nach. Durch den immer stärkeren Einfluss vom Computerschach konnten wir in den letzten Jahren nicht nur viele neue Mitglieder in den Schachvereinen begrüßen, sondern die Masse interessierte sich besonders für den Vergleich "Mensch gegen Computer". Das allgemeine Interesse steigt langsam aber beständig wieder an. Chess960 nimmt nach meinen Beobachtungen einen immer größeren Stellenwert ein. Nicht zuletzt aufgrund des von Dir organisierten Turniers in Mainz. Wird Deiner Meinung nach Chess960 in den Schachvereinen zukünftig und auch weiterhin mehr Beachtung geschenkt? Wie sind Deine Erfahrungen an der "Front", speziell zum Thema Schachvereine und Chess960?

Hans Walter Schmitt:
Das Thema ist sehr vielschichtig und hängt letztendlich mit der sozialkritischen Betrachtung des Schachsports zusammen. Durch den Fokus auf das Turnierschach, 7 Stunden Partien und einzige Disziplin die Elo/DWZ ausgewertet wird, haben wir fast alle „Wenigzeitinhaber“ ausgegrenzt. Die beruflich und familiär eingespannten Menschen haben schon allein dadurch keine Chance mehr zeitlich mitzuhalten, weil Sie auch zusätzlich Theorie pauken müssen. Sozial gesehen sind Sie dann beruflich und familiär auf der Erfolgsleiter und schachlich werden Sie immer schlechter, weil das spezielle Eröffnungswissen dominiert gegenüber Basiswissen und Intuition und rutschen auf der Ratingskala tiefer und tiefer. Die Vielzeitinhaber wie Schüler, Studenten, Rentner und die vielen, vielen Leute ohne Fulltime-Job sind durch diese Fokussierung im überragenden Vorteil und können ihren Theorievorsprung mit Hilfe von Schachprogrammen immer weiter ausbauen. Marketing- und Vertriebsleute, Manager, Geschäftsführer, Selbständige und Vorstände sind überhaupt nicht mehr repräsentativ vertreten. Diese Leute verwalten aber die Sponsoringtöpfe und bilden eine ganz wichtige Lobby.

Dazu kommt, dass die Vereine kein strukturiertes Training anbieten und sie verfügen meist nicht über die kritische Größe von 80-120 Mitglieder, um gleichermaßen für alle Alterssichten ein Angebot zu haben.

Das von Garry Kasparow erfundene „Advanced Chess“, um Partien fehlerfrei auf unendlich hohen Niveau spielen zu können ist völlig langweilig für die Zuschauer – es passiert nichts. Ein glatter Irrweg, aber er musste gegangen werden.

Die Computer sind erfolgreiche und willkommene Schrittmacher und Hilfsmittel beim Lernen, Trainieren, Registrieren, Archivieren und Kommentieren – aber in Menschenturnieren haben sie nichts zu suchen, außer in Duellen. Chess960 steckt zur Zeit in Philidors Schuhen und da die ganzen Hilfsmittel hoffentlich bald verfügbar sind, wird es explodieren, … so wie die Automobilindustrie um die vorherige Jahrhundertwende und das Internet bei der nächsten Jahrhundertwende. Ganz sicher bin ich, dass wir das Thema Startposition 518, die Normalschachstellung, nicht kaputtmachen, sondern durch ein Diversifizierungsmodell geradezu auch verbessern, nichts geht verloren oder hat das Schnell- und Blitzschach das Schach mit klassischer Bedenkzeit kaputt machen können?

 

 

Frank Quisinsky:
Wie könnte Chess960 in Verbindung mit Events für Schachvereine interessanter gestaltet werden. Gibt es Pläne, vielleicht gar mit dem deutschen Schachbund (DSB), eine deutschlandweite Aktion zu starten? Ich halte das für sehr wichtig, denn z. B. werden durch die vielen Schachserver interessierte Schachfreunde auch aus den Schachvereinen gelockt und beschäftigen sich leider Gottes oftmals "nur noch" im stillen Kämmerlein mit Schach.

Hans Walter Schmitt:
Die Berührungsängste sind gewiss da, die Spielregeln bzw. die Gebrauchsanweisung für Chess960 müssen einfach im Verein vorhanden sein. Die Auslosung der Figurenaufstellung bzw. alles was drum herum aus dem traditionellen Schach für die Turnierabwicklung benötigt wird, muss auch hier eingesetzt werden. Es sollten Turnierserien gespielt werden: z.B. jeder 2.Freitag im Monat ist Chess960 Spielabend.

Momentan arbeiten wir ohne DSB Segen, sind aber mit dem Berliner und dem Hessischen Schachverband Kooperationen eingegangen für die Turniere 26./27.Februar in Berlin und 19./20.März in Offenbach. Es findet z.B. die 1.Hessische Chess960 Meisterschaft statt. Alle Turniere der Saison 2005 fassen wir zum German Chess960 Grand Prix zusammen, es bewegt sich also schon was und dazu werden wir mit Logodesign, Ausschreibungsunterlagen, edles Spielmaterial, Auswertsysteme und Organisationspower von unserer Website http://www.chesstigers.de die Veranstalter mit Rat und Tat unterstützen. Auf dem Schachserver von ICC kann man unter der Rubrik w22 Chess960 spielen – ich habe jetzt 2000 Partien gespielt in den letzten 4 Jahren und mich dabei erwischt, dass mir die Stellung 518 gar nicht mehr besonders auffiel – vieles ist auch Gewohnheitssache.

24. / 25.01.2005, Anmerkung von Frank Quisinsky:
Stellung 518 von 960 bezeichne ich jetzt mal als das "Klassische Schach".
chess960-positions.zip (die 960 Positionen als EPD Datei)

 

 

Frank Quisinsky:
Personen die sich für eine aufkommende Idee einsetzen, oder gar eine neue Idee versuchen mit Ihren Mitteln nach vorne zu treiben, sind oftmals willkommene Angriffsobjekte. In Computerschachforen werden Experten wie z. B. Reinhard Scharnagl an die Grenze des Zumutbaren getrieben (Reinhard schlägt sich wacker und hält beständig die Chess960 Fahne aufrecht). Viele Anhänger des Computerschachs sehen in Chess960 eine wirkliche Gefahr für "Leib und Seele". Du selbst hast viele Kontakte zu bekannten Großmeistern bzw. den stärksten Schachspielern unseres Planeten. Wie deutest Du grundsätzlich das allgemeine Interesse bei Großmeistern? Hast Du den Eindruck, dass es hier zu einer Gruppenbildung aufgrund Pro / Contra Meinungen kommt? Es wäre schön gerade zu diesem Thema etwas zu erfahren, denn in Zeitschriften werden "wahrscheinlich" diese Themen nur zu gerne verschweigen.

Die wichtigsten Ratgeber seit 1979, Ehefrau Cornelia
und Großmeister
Viswanathan Anand mit Aruna seit 1996

Hans Walter Schmitt:
Generell, bei allen innovativen Ideen die man hat, oder durch neue Handlungsmuster die man durchführt, wird man erstmal zum Außenseiter und Andersdenkendem, quasi was man früher mal positiv als Freidenker bezeichnete  – beim Chess960 natürlich auch. Im Verein, im Bezirk, in Schachcafes, auf Landesebene, auf  Bundesebene und der Weltplattform Schach genauso. Das Thema ist komplex technisch, psychologisch, gesellschaftskritisch, usw.. Vergleichen Sie mal, was für Dramen sich bei der Einführung des Automobils um die vorletzte Jahrhundertwende abgespielt haben! Da waren keine Strassen da, die für Autos geeignet waren, die Eisenbahn als Konkurrent war stark im Kommen und staatlich unterstützt, die Droschkenbesitzer knallten mit ihren Peitschen auf die bösen Autos ein, der Gesetzgeber beschloss, dass jemand bei Dunkelheit mit einer Lampe vor dem Auto herlaufen musste, und, und, und, … . Aber die Idee war zu stark, trotz fehlender Subventionen die Herren Benz, Daimler, Diesel, Opel, Porsche uvam.  zu stoppen und danach kam erst die Einsicht: das Ding befriedigt ja viele meiner mobilen Bedürfnisse – wie es weiterging wissen wir! Oder nehmen Sie das Internet, als ich es in meiner damaligen Abteilung einführte. Die Mitarbeiter und Kollegen fühlten sich bespitzelt und die Chefs fürchteten um ihre zweite Sekretärin und versuchten mit allen Mitteln, den Bildschirm auf ihrem Schreibtisch zu verhindern, können Sie sich die Welt ohne Internet überhaupt noch denken. Beim Chess960 ist es genauso – es spornt mächtig an und es macht sogar Spaß diesen Widerstand mit Argumenten und Leidenschaft zu knacken.  Mit Management- und Projektmethoden einen Baustein nach dem anderen zusetzen. Die Idee ist zu stark und die Gruppe der Chess960 Macher wird immer größer, die Kompetenz und die Durchschlagskraft ist gigantisch – das Geheimnis wird sein, diese Gruppe zu einem globalen, Netzwerk von Internet- Computer- bis hin zum menschlichen Turnierschach zusammen zu fügen! Begleitet mit Training, Nachwuchs-, Wenigzeit- und Vielzeitinhaber-Schach. Blitz-, Schnell- und Normalschach gleichberechtigt nebeneinander. Irgendwann wird es sogar die ersten „native“ Chess960 Spieler geben, die die Welt nicht verstehen, dass man das Themaschach 518 noch Schach nennt!

Dass mein Freund Reinhard massiv angegriffen wird, kann ich einfach nachvollziehen, weil ich mich diesen Anfeindungen der argumentlosen Opposition auch ausgesetzt fühle. Dass die Gegner der Chess960 Gemeinde mit Schlagzeilen wie „Deutsche Schachfreunde helfen Judenfeind Fischer“ (JAZ Berlin) uns mundtot machen wollen, damit muss man rechnen. Oder wenn etablierte  Großmeister offen attackieren und sagen, dass viele der 960 Stellungen einfach für Schwarz forciert verloren wären, kontere ich oft nur mit dem Totschlagargument, dass aber auch die Finger total in die Wunde legt, ich biete dann jedem 10.000 Euro, der mir den Nachweis bringt – danach kommt nur noch eisiges Schweigen! Wichtig wäre, dass wir als Gruppe zusammenstehen und uns nicht mit unterschiedlichen Namensgebungen beschäftigen würden – was glauben Sie, warum im Projektplan für die Chess960 Entwicklung die Computer Weltmeisterschaft so wichtig ist? Ich konstatiere aber auch, dass es einige Interessengruppen gibt, die jetzt schon ihre Claims gefährdet sehen und alle Kraft einsetzen werden den „Besitzstand“ zu waren – denken Sie an die Droschkenbesitzer, denken Sie an Gutenberg aus Mainz und die ganze Handschreiber Gilde, die sich durch den Buchdruck massiv gefährdet fühlten – ich verstehe nicht, wovor diese Leute heute so viel Angst haben – außer der Enttäuschung, dass Sie keine guten Argumente haben!

 

 

Frank Quisinsky:
Sind Deiner Meinung nach die Medien zum Thema Chess960 im Jahr 2004 offener geworden bzw. ist das Medieninteresse gestiegen?

Hans Walter Schmitt:
Die nichtschachliche Presse ist höchst interessiert, Geschäftleute, die sich mit Reformen beschäftigen, Politiker in der Deutschland AG, Leute die des korrupten Systems Fide überdrüssig sind, leider macht die Fachpresse immer noch zu, aus Verpflichtung gegenüber dem Establishment und weil diese neuen Partien nicht mehr so bequem analysiert werden können – Chess960 macht einfach insgesamt ihnen sehr viel mehr Arbeit, dies auf dem Niveau des traditionellen Schachs zu tun oder sie versteifen sich auf Umfragewerte bei ihrer Leserschar von vor 5-10 Jahren. „Die Chess960 Rubrik wird noch nicht benötigt“ oder ChessBase sagt, dass auf ihrem Server zu wenig Leute daran interessiert sind und deshalb „Fischers Fritz“ noch nicht bringen, bzw. eine DataBase schaffen für Chess960.

Wir werden Ihnen jetzt mächtig Dampf machen mit einer Eigenentwicklung TheBaron und einer Chess960 Datenbank … die Blockaden zu lösen gehört zu unserem Geschäft. Eine Sparte Chess960 auf unserer Seite http://www.chesstigers.de ist sicher nicht genug, vielleicht ist die Zeit gekommen eine Zeitung online anzubieten und nur das neue Schach zu beschreiben – die Stellung 518 gehört ja auch dazu ;-)). Der letzte generelle Widerstand scheint heute schon gebrochen, schauen Sie was Kasparow sagt oder was sein erster Trainer Nikitin zu sagen hat:

Zitat in Schach 1/2005 von Alexander Nikitin (Haupttrainer von Garry Kasparow auf dem Weg zum Weltmeistertitel):
"Allein die Drohung, das selbständige Spiel erst im tiefen Endspiel, wo die Analysen des Marshall-Angriffs enden, beginnen zu können, hat dazu geführt, dass ganze Felder der Spanischen Partie, die früher Geburtsstätte wunderbarer Kunstwerke in der Schachpartie waren, heute praktisch brach liegen. Ich denke, dass wir ziemlich bald zum „Random Chess“ übergehen werden müssen, wonach viele Eröffnungsbücher und –dateien unnützer Trödel sein würden."
"Das Schachbrett wäre wieder der Ort intellektueller Auseinandersetzung und nicht Reproduktion konkreter Eröffnungskenntnisse."

 

 

Frank Quisinsky:
Im Jahr 2004 hatte unser Arena Team eine Downloadrate von 108.000 Setup Dateien, davon waren ca. 14.500 Chess960 Setups. Arena wurde also 14.500x mit den Chess960 Partner Engines heruntergeladen. Gerade Programme wie Betsy, das erste Chess960 kompatible Programm, erfreut sich einer großen Beliebtheit. Unter den Chess960 Programmierern war es Landon W. Rabern (Programmierer von Betsy) der die ersten Weichen gelegt hat. Interessant ist die Prozentquote von 13,5% bei Computerschach interessierten Anwendern, die sich auch für Chess960 interessieren. Wie hoch schätzt Du die Prozentzahl in den Schachvereinen ein? Wie viele Schachspieler in den Schachvereinen haben schon erste Erfahrungen mit Chess960 gesammelt? Hast Du eine Schätzung parat?

Hans Walter Schmitt:
In unserem Verein Frankfurt-West treffen sich alle 2 Monate am 2. Freitag im Monat die Chess960 Befürworter, mittlerweile ist die Teilnehmerzahl genauso hoch wie bei Blitz- und Schnellschachturnieren, andere Vereine spielen schon Clubmeisterschaften aus oder wie jetzt der Hessische Schachverband eine 1. Offizielle Chess960 Meisterschaft. Meist ist es aber noch in den Klubs so, dass die innovativen Kräfte von den Traditionalisten erpresst werden „Bei dem Scheiß spiele ich nicht mit“ genauso wie die Raucher eine lange Zeit die Nichtraucher immer wieder erpressten. Eine wichtige Beobachtung gibt es: „Wer einmal freiwillig mitgespielt hat, bleibt dabei, weil hier sich der beste Spieler und nicht der beste „Auswendiglerner“ durchsetzt. Wir bieten unsere Chess960 Kurse auch unentgeltlich an der Chess Tigers Universität an und haben bisher 15 Studenten bei insgesamt 180. Dies scheint mir auch die Interessenlage in den einzelnen Vereinen wieder zu spiegeln. 10% dafür, 80% interessiert und 10% dagegen, die aber leider keine Argumente vorbringen, sondern nur an ihren Besitzstand denken!

 

 

Frank Quisinsky:
Dieses Jahr wird von Euch die erste Chess960 WM für Computerprogramme organisiert. Wir haben derzeit 6 echte Engines die kompatibel zu Chess960 sind. Zwei weitere Programmierer arbeiten derzeit nach meinem Wissen an dieser Kompatibilität. Ein TOP Programmierer hat sein Interesse angekündigt. Wie ist der Zuspruch Eurer Pressemitteilung zu dieser neuen Weltmeisterschaft zu werten?

Hans Walter Schmitt:
Du bist ja gut informiert, woher hast Du die geheim gehaltenen Daten – wir rechnen mit 8-12 Engines, aber auch 6 wären genug, schade dass die ChessBase Fraktion komplett nicht vertreten sein wird – Besitzstandswahrung, eigenes Süppchen, bzw. aktuelle Geschäftsinteressen sprechen dagegen. Man kann ja nicht gerade behaupten, dass die Schachwelt vom Wettbewerb lebt, wenn man die FIDE, DSB oder ChessBase anschaut,  das gilt auch für die kommerziell vertriebenen Engines!

24.01.2005, Anmerkung von Frank Quisinsky (ich erlaube mir mal ganz frech diesen Kommentar):
Mir ist es oftmals gar nicht Recht von "geheim gehaltenen Daten" zu erfahren. Die Erfahrung zeigt, dass mich viele Begleitumstände von "schachpolitischen" Themen zermürben. Ich genieße viel lieber die Kunst Schach / Chess960, die Kunst der Programmierung die mir Martin Blume eindrucksvoll und fast täglich demonstriert. Ich betrachte Schach weder als Spiel noch als Sport. sondern als KUNST! Um mir meine Meinung zu wahren überlese ich "geheime Informationen". Aufgrund meiner vielen Bemühungen im Amateurschachbereich habe ich lernen müssen "zu überlesen". Beim Chess960 freue ich mich aber über jedes Ereignis, denn ich sehe hier die positive Energie die letztendlich den Sieg davontragen wird.

 

 

Frank Quisinsky:
Kommen wir zu dem von Dir organisierten Event in Mainz. Das allgemeine Interesse des Events in Mainz wird immer größer. Wahrscheinlich finden sich schon mehr Besucher ein als bei dem medienwirksamen Schachturnier in Dortmund. Zunächst möchten wir Euch im Namen des Arena Teams zu diesem Erfolg gratulieren. Wie schauen die Pressevorbereitungen für Mainz 2005 aus? Wird das Fernsehen Live Übertragungen bringen? Wird es vielleicht bald gar eine Chess960 eigene Zeitschrift geben?

Hans Walter Schmitt:
Die Vorbereitungen der Chess Classic Mainz 2005 laufen auf vollen Touren, der Gesamtrahmen ist gesteckt für den 9.-14. August und Bewährtes führen wir weiter, der Chess960 Bereich wird ausgebaut und der „Happening Charakter“ wird beschleunigt mit Elementen für die Wenigzeitinhaber bzw. für den  Lobby-Aufbau wird was geboten. Sport und Entertainment wird für den Zuschauer im Saal und zu Hause am Bildschirm forciert. Absolute Weltklasse ist Standard, Breitenkonzept und Entertainment ein Muss! Das Presse Dramaturgie Konzept werde ich hier jetzt nicht ausplaudern, aber es ist das wichtigste Instrument, um Erfolg zu haben. Dabei kommt unserem Portal
http://www.chesstigers.de die Hauptbedeutung zu, aber auch die Elemente Chess Tigers Kongress werden eine enorme Wirkung erzielen für uns intern. Das Fernsehen ist immer noch dermaßen geschockt von den Übertragungen der 7 Stunden Partien aus anderen Turnieren, sodass Sie sich nicht an die von mir gewünschten Live-Übertragungen mit 4-5 Kameras herantrauen, aber es wird kommen wie beim Golf oder der Formel 1.

 

 

Frank Quisinsky:
Chess960 wird in Deinem Leben sicherlich einen immer größeren Stellenwert einnehmen. Ich kann mir gut vorstellen, dass Du immer mehr gefragt bist und auch mehr an Arbeitsleistung und Zeitaufwand investieren wirst. Der Kreis der Helfer wird sicherlich auch gestiegen sein, aber ist ein so riesiges Projekt nicht auch gefährlich hinsichtlich der noch zur Verfügung stehenden Freizeit? Deine Familie ist sicherlich sehr stolz auf das was Du schon alles für die Chess960 Gemeinde ins Leben gerufen hast!

Hans Walter Schmitt:
Meine Familie ist nicht stolz auf mich, dass ich das mache, sondern höchstens, wie ich es mache: Ein Job mit Energie und Leidenschaft, mit Kompetenz und Nachhaltigkeit, risikofreudig und professionell halt, mit allen Einschränkungen, die es momentan beim Budget gibt. Der entscheidende Faktor für den Erfolg wird aber sein, dass es mir gelungen ist, die absolut besten Leute für die Tigeridee zu begeistern. Das macht riesigen Spaß „Alphatier“ im an Kompetenz und Realisierungskraft strotzenden und kaum zu überbietenden Tigerfreigehege zu sein. Freizeiten nehme ich mir genügend, wenn ich sie brauche, lange Pausen, wenn ich erschöpft bin und die wichtigste Lebensweisheit meines Vaters (Landwirt) beherzige ich: „Man kann nur Heu machen, wenn Wetter ist“ und instinktiv und mit all meinem Sachverstand fühle ich: „Jetzt ist Heuwetter!!“.

 

 

Frank Quisinsky:
Chess960 beinhaltet in einer der 960 Startpositionen auch das "klassische Schach". Ein Umstand den offenbar gerade die Szene der Computerschach interessierten Anwender nicht so richtig versteht. Die Eröffnungstheorie im Schach ist meines Erachtens noch lange nicht "ausgequetscht" und bildet noch für viele Jahre, ja sogar Jahrhunderte reichlich Stoff. Dennoch ist gerade im Eröffnungsbereich aufgrund der 960 Startpositionen ein Chess960 Spieler sehr viel mehr gefragt. Er kann sich weitestgehend nicht auf bestehende Theorien von Schacheröffnungen berufen.  Eine Herausforderung für Schachspieler und natürlich auch für Schachprogrammierer. Schachprogrammierer empfinden die Eröffnungstheorie oftmals als langweilig und entwickeln lieber eigenen Heuristiken für die ersten Züge bzw. Aufstellungsideen der Eröffnungsphase. Schach ist in den letzten Jahrhunderten nicht weiterentwickelt wurden. Auch das königliche Spiel benötigt über kurz oder lang einen Aufschwung in Richtung "Erweiterungen". Arena ist vor ca. 2 Jahren kompatibel zu Chess960 geworden. Martin Blume ist ein großer Befürworter von Chess960 und verwehrt sich nicht gegen den Fortschritt. Wie schaut es mit anderen Programmierer von Benutzeroberflächen aus? Hast Du Kontakte zu Firmen wie Convekta (Chess-Assistant), Lokasoft oder Witali Braslawski von der Chess-Akademie, dem Chessmaster Team oder ChessBase?

Hans Walter Schmitt:
Die Frage ist höchst widersprüchlich. Die Programmierer haben Ihr Hauptaugenmerk auf schnelle reproduzierende Elemente wie Eröffnungsbücher und Tablebases gelegt. Die wissen doch gar nicht mehr, wie das Schach in der Eröffnung und im Endspiel funktioniert, im Übrigen viele Schachspieler auch nicht mehr – es graust mich, wenn ich beim Unterricht der Anfänger dabei bin und zuschauen muss, wie die Kinder Zugfolgen einer Eröffnung eingebläut bekommen. Eröffnungsbücher und CDs oder DVDs sind der Renner ganz im Sinne von ChessBase – richtig Schachspielen lernt kein Schüler und kein Programm mehr – es ist zum verzweifeln diese „Einfältigkeit“. Schach hat es verdient nach 500 Jahre Theorieverfeinerung in der Startposition 518 jetzt einen höchstkompatiblen „Change“ zu bekommen, der uns das Spiel fairer und betrugsfreier gestalten lässt. Den Rest lasse ich unbeantwortet, weil ich keine Ahnung habe.

24.01.2005, Anmerkung von Frank Quisinsky:
Eine "vielleicht" passende Gelegenheit ein Zitat von Martin Blume einzufügen.
"Frank, die Schachprogrammierer wissen sicherlich alle, dass die Damen nicht frühzeitig ins Geschehen einer Schachpartie eingreifen sollten. Hast Du schon mal Schachprogramme gerade im Umgang mit den Türmen in der Eröffnungsphase einer Chess960 Partie beobachtet? Denkst Du nicht auch, dass Schachprogramme bei einer Chess960 Partie die Türme viel zu früh bewegen? Kann das richtig sein?"

 

 

Frank Quisinsky:
Hattest Du jemals persönliche Kontakte mit Bobby Fischer nachdem Du seine Idee derart gefördert hast bzw. förderst? Es gingen ja bekanntlich viele Meldungen um Bobby Fischer durch die Presse, die Sensationslust der Schachspieler soll ja befriedigt werden aber schaden diese Meldungen nicht auch dem Chess960?

Hans Walter Schmitt:
Leider hatte ich nie direkt Kontakt mit Fischer, aber es gibt vier indirekte Verbindungslinien zu ihm. Einmal über das deutsche auswärtige Amt in Tokio und New York und über zwei namhafte Großmeister. Letztendlich hat er sehr genau Kenntnis über das was wir hier in Mainz treiben und er begrüßt unsere Aktivitäten. Manche Kritiker beschimpfen mich, weil ich die Idee geklaut hätte, ihr einen neuen Namen gegeben und würde gerne mich im Glanz von Fischer sonnen … dies weise ich weit von mir: „Fischers Idee, wird von uns nur realisiert“. Eigentlich hat Fischer kein Recht mehr an dieser großartigen Idee, weil er sie so lange brachliegen ließ seit 1996 oder? Ich überlege mir ob ich nach Japan fliegen und ein Gespräch zwischen Ideengeber und Realisierer anstreben soll.

 

 

Frank Quisinsky:
In Zusammenhang mit dieser Frage ist eine allgemeine Frage an Dich als Frontkämpfer interessant:
Wie groß schätzt Du den Einfluss von Negativ-Publicity ein? Es gibt Menschen, die bevorzugen es, in der Öffentlichkeit, mit Negativ-Publicity nur so um sich zu schießen um dadurch die Massen anzuziehen. Schön das Chess960 durch positive Publicity glänzt! Verrate mir Dein Geheimnis wie Du negatives so gut aus dem Themenkomplex heraushalten kannst!

Hans Walter Schmitt:
Sensationsmeldungen sind nicht mein Ding – Negativmeldungen auch nicht – Bluffs schon mal ganz und gar nicht. Bei dieser Idee braucht es keine Tricks, die Idee ist zu stark, unwiderstehlich wie ich meine. Mein Erfolgsgeheimnis ist die emotionale Coolness und die sanfte Gewalt der Argumente. Bestrafen tue ich gerne mit Großzügigkeit.

Mir ist James Dean immer vor Augen, wenn zwei Streithähne mit Vollgas auf den Abgrund zurasen, bloß, dass wir keine Autos fahren, sondern Argumente austauschen. Ich habe viele Schlüsselprojekte für meinen Arbeitgeber gegen übermächtige Gegner nur dadurch gewonnen, weil ich die Regeln des Schachs angewendet habe, niemals die gleiche Variante zweimal, die Figuren (Team-Members) richtig zusammen spielen lassen, logisch und strategisch vorgehen, den Gegner auf allen Flügeln beschäftigen, Finten und Scheingefechte unterscheiden von den echten Kampfplätzen, besonnen, nachhaltig und eiskalt die Chancen nutzen, die der Gegner bietet. Ich glaube, deshalb besonders erfolgreich zu sein, weil ich selbstbewusst, aber nicht überheblich bin und weil ich sehr gerne mit meinen Freunden den Erfolg teile und den Misserfolg immer auf mich lade, Ausreden gehören nicht in meine Werkzeugkiste – ich bin ein konsequenter Entscheider und ich entscheide gerne mit meinem ganzen Verstand und mit viel Gefühl.

"Das sind meine Eltern ...
Peter Schmitt (88, verstorben am 12. August 2004) und Maria Schmitt (84)
bei meinen 50.Geburtstag. Denen beiden verdanke ich alle Grundeigenschaften!!"

 

 

Frank Quisinsky:
Möchtest Du noch etwas loswerden oder abschließend noch ein paar Worte zu Euren neuen Webseiten bzw. dem Turnier in Mainz 2005 verlieren?
Mir gehen die Fragen aus ...

Hans Walter Schmitt:
Deine Fragen haben mich erschlagen, dass ist nicht fair gewesen von Dir, weil Du mein ganzes Denken der letzten 8 Jahre abfragtest – ich habe mir Mühe gegeben die Logik meines Denken und Handels zu erklären.

Einen Wunsch hätte ich aber noch, ehe ich irgendwann ins Gras beißen muss – es ist bekannt, dass die Revolution ihre Kinder frisst oder wie es die deutsch-europäischen Auswanderer nach Nordamerika erfahren mussten beim Generationsdenken: „Der ersten den Tod, der zweiten die Not und der Dritten das Brot“! Ich gehöre der ersten Generation an und ich weiß was das „Alphatier“ erwartet, wenn die Kraft nachlässt – trotzdem werde ich diesen Weg konsequent weitergehen, weil ich ihn gehen muss.

Nennt dieses Projekt einfach „Chess960“ und führt die Welt nicht mit dem Namen Fischer-, Full-, Random-, Kreativ-, Reform-, Würfel-, Zufallsschach, FRC oder anderen dummen Namen in die Irre. Die Umfrage hat 2001 unter 500 Befragten den besten Namen ermittelt und wir, die Chess960 Befürworter, haben es selbst in der Hand, dass einmal aus Chess960 dann Chess wird!

24. / 25.01.2005, Anmerkung von Frank Quisinsky:
Der Name Chess960 sollte einheitlich genutzt werden. Wir selbst benutzten den Namen FRC, nicht zuletzt wegen den Logos der Engines bzw. auch der bisherigen Namensgebung in Verbindung mit unseren Setup Files. Richtig und für mich auch logischer wäre der Name Chess960. Mit den nächsten verfügbaren Setup Files von Arena wird die entsprechende Änderung erfolgen. Auf den Webseiten erfolgte am 25.01.2005 eine Änderung, so dass wir "gemeinsam" den Begriff Chess960 einheitlich nutzen.

24.01.2005, Hinweis von Reinhard Scharnagl:
Unter den Namen FullChess verstehen wir heute die Obermenge aller zum klassischen 8x8 Schach und 10x8 Schach kompatiblen Varianten.

25.01.2005, Download: Geänderte Grafiken von Wilhelm Hudetz:
Wilhelm Hudetz, der Grafiker im Arena Team, übersandte uns sofort nach Veröffentlichung des Interview die geänderten Engine Logos. In den Logos wird nun der Name Chess960 anstatt FRC verwendet.
chess960-logos.zip (0,23 Mb)

 

 

Frank Quisinsky:
Sehr viele Deiner Anmerkungen regen zum Nachdenken an. Andere Äußerungen geben uns interessante Informationen rund um Chess960. Dieses Interview hat mir sehr viel Spaß bereitet, mich oft nachdenklich gestimmt und animiert. Meines Erachtens fehlt es der Schach-Szene in journalistischen Positionen an Persönlichkeiten. Einen Hans-Walter Schmitt wünschen sich sicherlich viele Schachfreunde auch für andere innovative Events.

Animation steht bei Arena neben Kompatibilitäten an erster Stelle und von daher freue ich mich über dieses Interview.

Vielen Dank für das Interview und weiterhin viel Erfolg (privat und beruflich).

Die vielen Gladiatoren werden das Turnier in Mainz sehr gerne beobachten.
Wir wünschen den Chess960 Programmierern viel Glück bei dem Unterfangen den ersten Chess960 Weltmeistertitel zu erringen.


Arena bietet Chess960 Support!


Reihenfolge der Verfügbarkeit!
Betsy war die erste Engine mit Chess960 Support!

 

 

Weitere Quellenangaben zu den "echten" Chess960 Engines:

01. Betsy von Landon W. Rabern (USA)
02. Chispa von Federico Andrés Corigliano (Argentinien)
03. TheBaron von Richard Pijl (Niederlande)
04. Hermann von Volker Annuss (Deutschland)
05. Frenzee von Sune Fischer (Dänemark)
06. Gothmog von Tord Romstad (Norwegen)

 

 

Schweich, 24. Januar 2005
Frank Quisinsky
andere Webmaster könnten direkt aufrufen unter:
http://www.playwitharena.com/directory/interviews/hwschmitt_iv.htm

 

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