|
Hans-Walter Schmitt, Interview
"Jetzt ist Heuwetter"
von
Frank Quisinsky
Hinweis:
Eine weitere Veröffentlichung des
Interviews ist erwünscht, sofern die Quellenangabe erfolgt, Quelle:
Arena
Chess GUI:
http://www.playwitharena.com
Ferner unter der Voraussetzung des vollständigen Abdruckes (z. B. in
Printmedien)
Frank Quisinsky, Schweich, den 24. Januar 2005.
Für weitere Informationen:
Frank
Quisinsky
Vorgeschichte:
Eine herausragende Kompatibilität der
Arena Chess GUI von Martin Blume ist Chess960 oder auch
FRC (Fischer Random
Chess). Grund genug den "Gladiatoren" (Anwender der Arena Chess GUI)
Chess960 ein wenig näher zu bringen durch ein Interview mit Hans-Walter
Schmitt.
|
Hans Walter Schmitt
ist Vorstandsvorsitzender der Frankfurt Chess Tigers e.V. Hans Walter
wird oft bezeichnet als verdienter Protagonist des Chess960.
Quelle: Reinhard Scharnagl
Smirf / FullChess
Die revolutionäre Zukunft des Schachspiels (inkl. Computerschach):
TOP TIPP: ISBN 3-8334-1322-0
Seiten: 75, 76, 113
Als Vater der Chess Classic Events in
Mainz begeisterte Hans-Walter heutige Top-Spieler und Weltmeister für
Chess960, etablierte die WNCA und initiierte das IPS-System.
WNCA:
World New Chess Association, gegründet am
14. August 2003
Das Schach und besonders die Zukunftsaspekte waren in der Krise. der
FIDE als Weltverband schien es an klaren Konzepten zu mangeln. Weder
existierte ein klar zu benennender Weltmeister, noch gab es einen
regulären Zyklus für Weiltmeisterschaften. Sein Rating-System taugte
eigentlich nur für langsame Partien, wie es überhaupt an einer Vielfalt
einzelner Disziplinen innerhalb der Möglichkeiten des Schach fehlte.
Dagegen erkannte man klar die attraktiven Chancen des Chess960 (FRC) und
seinen hohen Unterhaltungswert.
IPS-System:
Individual Player Strength
Ein eigenständiges Spielstärkensystem, in das alle Leistungen auch aus
unterschiedlichen Disziplinen einfließen sollen (All over All Rating
System). |

Hans-Walter Schmitt |
Interview
FraFrank
Quisinsky:
Du stehst nicht "nur" mit Deinem Namen, sondern auch mit vielen bemerkenswerten,
schier unglaublichen Organisationen für die Chess960 Idee. Seit vielen
Jahren sehen Dich bekannte Größen der Szene als Frontkämpfer. Das Chess960
Turniere mal einen so hohen Stellenwert haben werden hätte wohl niemand so Recht
vermutet. Ab welchen Zeitpunkt hast Du die "Liebe" zum Chess960 entdeckt? Wie
kam es zu Deinen ersten Kontakten zu diesem Themenkomplex? Wer hat Dich
animiert? Weltmeister Bobby Fischer selbst?
Hans Walter Schmitt:
Phase 1: Der Amerikaner Robert James (Bobby)
Fischer allein gegen das ganze Imperium der Sowiet-Schachspieler
faszinierte mich dermaßen, dass ich 1971/72 anfing als schon 20-Jähriger selbst
zu spielen – Fischers Aussage motivierte mich ungemein. „Ich will den Sieg für
mich allein und mit keinem Sekundanten teilen“ und warf seinen Sekundanten
Lombardy raus. Ich betrachtete damals schon Hängepartien und Sekundantentum als
Form der Vorbereitung bzw. während des WM-Kampfes für unanständig!
Phase 2: Zu dieser
Zeit dachte ich noch, dass es für mein Denken (Naturwissenschaft bzw. Logik)
keine Limits gibt. Beim Schach spürte ich schon am ersten Tag im Schachklub
Unterliederbach (Vorort von Frankfurt) klare Grenzen, nach weiteren drei Jahren
war ich 1975 Vereinsmeister (Ingo 108) und bekam die Einsicht „Da geht nichts
mehr!“ Die Schachleistung von Fischer wuchs für mich dadurch ins Unermessliche!
Danach trat leider Fischer von der Bühne ab, was mich schockte und sehr
erzürnte. Die Sowiets (Karpow) hatten wieder den Titel. Ich quittierte innerlich
das Schach, hatte aber trotzdem Lust weiter zu spielen als Amateur, dank meines
besten Freundes Roland Donges – jeden Montag ein Blitzkampf „Best of
Sixteen“ nach WM-Regeln!
Phase 3: Fischers
Wettkampf in Sveti Stefan (Jugoslawien) interessierte mich nicht mehr wirklich,
aber die aufkommende Idee Chess960, die das Sekundantentum und die theoretische
Vorbereitung als entscheidender Faktor aushebeln würde, ließ das Feuer wieder
für Fischer und Fischers Idee brennen. Die Idee ist einfach genial, fair und
spannend – es entsprach einfach allem was ich auch im oberen Führungskreis bei
Siemens gerne machte: Neue Ideen umsetzen und die schwierigsten Projekte
meistern mit einem kompetenten Mitarbeiterstab und der Aussage meiner erfahrenen
Kollegen: „Das geht nicht, Du verbrennst Dir die Finger und Du machst Dein
ganzes Team kaputt“. Aber es lief sowohl im Beruf , Manager in Sachen UNIX
(1985) und Internet (1995), als auch im Schach fantastisch – mein Team eilte von
Erfolg zu Erfolg und konterte die besten Wettbewerber aus Asien und Amerika aus.
1994 wurden dann die Chess Classic geboren, nicht mit traditionellem und
langsamen Schach, sondern mit dem wesentlich schwieriger zu organisierendem
unterhaltsamen Schnellschach und mit dem besten Schnellschachspieler aller
Zeiten, Viswanathan Anand aus Indien. Niemals in meinem Leben ließ mich
mein Instinkt im Stich, warum gerade soll das bei der Chess960 Idee ausgerechnet
passieren – deren Brillanz einfach ignoriert wird.
Am 09.06.96 (man betrachte
das Datum, 2 x 960 drin) testete ich zum ersten Mal mit meinem Club SC
Frankfurt-West im „Gasthaus zur Sonne“ im abgelegenen Schollbrunn (Spessart)
dieses Spiel. Mir ging sofort ein Kronleuchter auf und dazu kam, dass alle es
„Scheiße“. fanden! 10 Tage später wollte Fischer seine Idee in Buenos Aires mit
den Großmeistern Eugenio Torre (Philippinen) und Pablo Ricardo
(Argentinien) vorstellen, aber dies scheiterte im letzten Moment an der Ignoranz
der Veranstalter, bzw. der Kompromisslosigkeit von Fischer. Mir war sofort klar,
was zu tun ist: das Turnier Chess Classic bis zur Top Ten Veranstaltung
hochpowern, Katalysator Computerschach, und dann diesen Bekanntheits- und
Imagefaktor für Fischer Schach nutzen – möge die Übung gelingen, gesagt, getan -
10 Jahre hatte ich mir für den ersten Teil „Chess Classic“ eingeräumt und
weitere 10 Jahre für den zweiten Teil „Fischer-Schach“ – jetzt schreiben wir das
12. Jahr – es kann also noch funktionieren.
Phase 4: Wenn die
Programme und die Datenbank für Chess960 da sind und das nötige Geld von
modernen Sponsoren, die die Nase voll haben von dem ewigen FIDE-Geschacher, dann
gibt es kein „Halten“ mehr. Der 1. German Chess960 Grand Prix in 2005 wird gute
Dienste leisten und setzt einen weiteren Meilenstein.
Frank Quisinsky:
Lasse uns mal die
Entwicklungen, speziell in den Schachvereinen, näher betrachten. Vor ca. 10
Jahren rief alles nach Veränderung. Vereinsinterne Events kamen zu kurz. Nach
dem Aufschwung durch das Kandidatenhalbfinale Kortschnoi - Hübner,
welches in Deutschland vor ca. 25 Jahren für einen regelrechten Boom gesorgt
hatte, versank von Jahr zu Jahr das "Königliche Spiel" wieder in der Versenkung
bzw. lies das öffentliche Interesse deutlich nach. Durch den immer stärkeren
Einfluss vom Computerschach konnten wir in den letzten Jahren nicht nur viele
neue Mitglieder in den Schachvereinen begrüßen, sondern die Masse interessierte
sich besonders für den Vergleich "Mensch gegen Computer". Das allgemeine
Interesse steigt langsam aber beständig wieder an. Chess960 nimmt nach meinen
Beobachtungen einen immer größeren Stellenwert ein. Nicht zuletzt aufgrund des
von Dir organisierten Turniers in Mainz. Wird Deiner Meinung nach Chess960 in
den Schachvereinen zukünftig und auch weiterhin mehr Beachtung geschenkt? Wie
sind Deine Erfahrungen an der "Front", speziell zum Thema Schachvereine und
Chess960?
Hans Walter Schmitt:
Das Thema ist sehr vielschichtig und hängt
letztendlich mit der sozialkritischen Betrachtung des Schachsports zusammen.
Durch den Fokus auf das Turnierschach, 7 Stunden Partien und einzige Disziplin
die Elo/DWZ ausgewertet wird, haben wir fast alle „Wenigzeitinhaber“
ausgegrenzt. Die beruflich und familiär eingespannten Menschen haben schon
allein dadurch keine Chance mehr zeitlich mitzuhalten, weil Sie auch zusätzlich
Theorie pauken müssen. Sozial gesehen sind Sie dann beruflich und familiär auf
der Erfolgsleiter und schachlich werden Sie immer schlechter, weil das spezielle
Eröffnungswissen dominiert gegenüber Basiswissen und Intuition und rutschen auf
der Ratingskala tiefer und tiefer. Die Vielzeitinhaber wie Schüler, Studenten,
Rentner und die vielen, vielen Leute ohne Fulltime-Job sind durch diese
Fokussierung im überragenden Vorteil und können ihren Theorievorsprung mit Hilfe
von Schachprogrammen immer weiter ausbauen. Marketing- und Vertriebsleute,
Manager, Geschäftsführer, Selbständige und Vorstände sind überhaupt nicht mehr
repräsentativ vertreten. Diese Leute verwalten aber die Sponsoringtöpfe und
bilden eine ganz wichtige Lobby.
Dazu kommt, dass
die Vereine kein strukturiertes Training anbieten und sie verfügen meist nicht
über die kritische Größe von 80-120 Mitglieder, um gleichermaßen für alle
Alterssichten ein Angebot zu haben.
Das von Garry
Kasparow erfundene „Advanced Chess“, um Partien fehlerfrei auf unendlich
hohen Niveau spielen zu können ist völlig langweilig für die Zuschauer – es
passiert nichts. Ein glatter Irrweg, aber er musste gegangen werden.
Die Computer sind erfolgreiche und willkommene Schrittmacher und
Hilfsmittel beim Lernen, Trainieren, Registrieren, Archivieren und Kommentieren
– aber in Menschenturnieren haben sie nichts zu suchen, außer in Duellen.
Chess960 steckt zur Zeit in Philidors Schuhen und da die ganzen
Hilfsmittel hoffentlich bald verfügbar sind, wird es explodieren, … so wie die
Automobilindustrie um die vorherige Jahrhundertwende und das Internet bei der
nächsten Jahrhundertwende. Ganz sicher bin ich, dass wir das Thema Startposition
518, die Normalschachstellung, nicht kaputtmachen, sondern durch ein
Diversifizierungsmodell geradezu auch verbessern, nichts geht verloren oder hat
das Schnell- und Blitzschach das Schach mit klassischer Bedenkzeit kaputt machen
können?
Frank
Quisinsky:
Wie könnte Chess960
in Verbindung mit Events für Schachvereine interessanter gestaltet werden. Gibt
es Pläne, vielleicht gar mit dem deutschen Schachbund (DSB), eine
deutschlandweite Aktion zu starten? Ich halte das für sehr wichtig, denn z. B.
werden durch die vielen Schachserver interessierte Schachfreunde auch aus den
Schachvereinen gelockt und beschäftigen sich leider Gottes oftmals "nur noch" im
stillen Kämmerlein mit Schach.
Hans Walter Schmitt:
Die
Berührungsängste sind gewiss da, die Spielregeln bzw. die Gebrauchsanweisung für
Chess960 müssen einfach im Verein vorhanden sein. Die Auslosung der
Figurenaufstellung bzw. alles was drum herum aus dem traditionellen Schach für
die Turnierabwicklung benötigt wird, muss auch hier eingesetzt werden. Es
sollten Turnierserien gespielt werden: z.B. jeder 2.Freitag im Monat ist
Chess960 Spielabend.
Momentan arbeiten wir ohne
DSB Segen, sind aber mit dem Berliner und dem Hessischen Schachverband
Kooperationen eingegangen für die Turniere 26./27.Februar in Berlin und
19./20.März in Offenbach. Es findet z.B. die 1.Hessische Chess960
Meisterschaft statt. Alle Turniere der Saison 2005 fassen wir zum German
Chess960 Grand Prix zusammen, es bewegt sich also schon was und dazu werden wir
mit Logodesign, Ausschreibungsunterlagen, edles Spielmaterial, Auswertsysteme
und Organisationspower von unserer Website
http://www.chesstigers.de
die Veranstalter mit Rat und Tat unterstützen. Auf dem Schachserver von ICC kann
man unter der Rubrik w22 Chess960 spielen – ich habe jetzt 2000 Partien gespielt
in den letzten 4 Jahren und mich dabei erwischt, dass mir die Stellung 518
gar nicht mehr besonders auffiel – vieles ist auch Gewohnheitssache.
24. / 25.01.2005,
Anmerkung von Frank
Quisinsky:
Stellung 518 von 960 bezeichne ich jetzt mal als das "Klassische
Schach".
chess960-positions.zip (die 960 Positionen als EPD Datei)
Frank Quisinsky:
Personen die sich
für eine aufkommende Idee einsetzen, oder gar eine neue Idee versuchen mit Ihren
Mitteln nach vorne zu treiben, sind oftmals willkommene Angriffsobjekte. In
Computerschachforen werden Experten wie z. B. Reinhard Scharnagl an die
Grenze des Zumutbaren getrieben (Reinhard schlägt sich wacker und hält beständig
die Chess960 Fahne aufrecht). Viele Anhänger des Computerschachs sehen
in Chess960 eine wirkliche Gefahr für "Leib und Seele". Du selbst hast viele
Kontakte zu bekannten Großmeistern bzw. den stärksten Schachspielern unseres
Planeten. Wie deutest Du grundsätzlich das allgemeine
Interesse bei Großmeistern? Hast Du den Eindruck, dass es hier zu
einer Gruppenbildung aufgrund Pro / Contra Meinungen kommt? Es wäre schön gerade
zu diesem Thema etwas zu erfahren, denn in Zeitschriften werden "wahrscheinlich"
diese Themen nur zu gerne verschweigen.

Die wichtigsten
Ratgeber seit 1979, Ehefrau Cornelia
und Großmeister
Viswanathan Anand
mit Aruna seit 1996
Hans Walter Schmitt:
Generell, bei
allen innovativen Ideen die man hat, oder durch neue Handlungsmuster die man
durchführt, wird man erstmal zum Außenseiter und Andersdenkendem, quasi was man
früher mal positiv als Freidenker bezeichnete – beim Chess960 natürlich auch.
Im Verein, im Bezirk, in Schachcafes, auf Landesebene, auf Bundesebene und der
Weltplattform Schach genauso. Das Thema ist komplex technisch, psychologisch,
gesellschaftskritisch, usw.. Vergleichen Sie mal, was für Dramen sich bei der
Einführung des Automobils um die vorletzte Jahrhundertwende abgespielt haben! Da
waren keine Strassen da, die für Autos geeignet waren, die Eisenbahn als
Konkurrent war stark im Kommen und staatlich unterstützt, die Droschkenbesitzer
knallten mit ihren Peitschen auf die bösen Autos ein, der Gesetzgeber beschloss,
dass jemand bei Dunkelheit mit einer Lampe vor dem Auto herlaufen musste, und,
und, und, … . Aber die Idee war zu stark, trotz fehlender Subventionen die
Herren Benz, Daimler, Diesel, Opel, Porsche uvam. zu stoppen und danach
kam erst die Einsicht: das Ding befriedigt ja viele meiner mobilen Bedürfnisse –
wie es weiterging wissen wir! Oder nehmen Sie das Internet, als ich es in meiner
damaligen Abteilung einführte. Die Mitarbeiter und Kollegen fühlten sich
bespitzelt und die Chefs fürchteten um ihre zweite Sekretärin und versuchten mit
allen Mitteln, den Bildschirm auf ihrem Schreibtisch zu verhindern, können Sie
sich die Welt ohne Internet überhaupt noch denken. Beim Chess960 ist es genauso
– es spornt mächtig an und es macht sogar Spaß diesen Widerstand mit Argumenten
und Leidenschaft zu knacken. Mit Management- und Projektmethoden einen
Baustein nach dem anderen zusetzen. Die Idee ist zu stark und die Gruppe der
Chess960 Macher wird immer größer, die Kompetenz und die Durchschlagskraft ist
gigantisch – das Geheimnis wird sein, diese Gruppe zu einem globalen, Netzwerk
von Internet- Computer- bis hin zum menschlichen Turnierschach zusammen zu
fügen! Begleitet mit Training, Nachwuchs-, Wenigzeit- und
Vielzeitinhaber-Schach. Blitz-, Schnell- und Normalschach gleichberechtigt
nebeneinander. Irgendwann wird es sogar die ersten „native“ Chess960 Spieler
geben, die die Welt nicht verstehen, dass man das Themaschach 518 noch Schach
nennt!
Dass mein
Freund Reinhard massiv angegriffen wird, kann ich einfach nachvollziehen, weil
ich mich diesen Anfeindungen der argumentlosen Opposition auch ausgesetzt fühle.
Dass die Gegner der Chess960 Gemeinde mit Schlagzeilen wie „Deutsche
Schachfreunde helfen Judenfeind Fischer“ (JAZ Berlin) uns mundtot machen wollen,
damit muss man rechnen. Oder wenn etablierte Großmeister offen attackieren
und sagen, dass viele der 960 Stellungen einfach für Schwarz forciert verloren
wären, kontere ich oft nur mit dem Totschlagargument, dass aber auch die Finger
total in die Wunde legt, ich biete dann jedem 10.000 Euro, der mir den Nachweis
bringt – danach kommt nur noch eisiges Schweigen! Wichtig wäre, dass wir als
Gruppe zusammenstehen und uns nicht mit unterschiedlichen Namensgebungen
beschäftigen würden – was glauben Sie, warum im Projektplan für die Chess960
Entwicklung die Computer Weltmeisterschaft so wichtig ist? Ich konstatiere aber
auch, dass es einige Interessengruppen gibt, die jetzt schon ihre Claims
gefährdet sehen und alle Kraft einsetzen werden den „Besitzstand“ zu waren –
denken Sie an die Droschkenbesitzer, denken Sie an Gutenberg aus Mainz und die
ganze Handschreiber Gilde, die sich durch den Buchdruck massiv gefährdet fühlten
– ich verstehe nicht, wovor diese Leute heute so viel Angst haben – außer der
Enttäuschung, dass Sie keine guten Argumente haben!
Frank Quisinsky:
Sind Deiner Meinung nach die Medien zum Thema Chess960 im Jahr 2004 offener
geworden bzw. ist das Medieninteresse gestiegen?
Hans Walter Schmitt:
Die nichtschachliche Presse ist höchst interessiert, Geschäftleute, die sich mit
Reformen beschäftigen, Politiker in der Deutschland AG, Leute die des korrupten
Systems Fide überdrüssig sind, leider macht die Fachpresse immer noch zu, aus
Verpflichtung gegenüber dem Establishment und weil diese neuen Partien nicht
mehr so bequem analysiert werden können – Chess960 macht einfach insgesamt ihnen
sehr viel mehr Arbeit, dies auf dem Niveau des traditionellen Schachs zu tun
oder sie versteifen sich auf Umfragewerte bei ihrer Leserschar von vor 5-10
Jahren. „Die Chess960 Rubrik wird noch nicht benötigt“ oder ChessBase
sagt, dass auf ihrem Server zu wenig Leute daran interessiert sind und deshalb
„Fischers Fritz“ noch nicht bringen, bzw. eine DataBase schaffen für Chess960.

Wir werden
Ihnen jetzt mächtig Dampf machen mit einer Eigenentwicklung TheBaron und
einer Chess960 Datenbank … die Blockaden zu lösen gehört zu unserem Geschäft.
Eine Sparte Chess960 auf unserer Seite
http://www.chesstigers.de
ist sicher nicht genug, vielleicht ist die Zeit gekommen eine Zeitung online
anzubieten und nur das neue Schach zu beschreiben – die Stellung 518 gehört ja
auch dazu ;-)). Der letzte generelle Widerstand scheint heute schon gebrochen,
schauen Sie was Kasparow sagt oder was sein erster Trainer Nikitin zu sagen hat:
Zitat in
Schach 1/2005 von Alexander Nikitin (Haupttrainer von Garry Kasparow
auf dem Weg zum Weltmeistertitel):
"Allein die Drohung, das selbständige Spiel erst im tiefen Endspiel, wo die
Analysen des Marshall-Angriffs enden, beginnen zu können, hat dazu geführt, dass
ganze Felder der Spanischen Partie, die früher Geburtsstätte wunderbarer
Kunstwerke in der Schachpartie waren, heute praktisch brach liegen. Ich denke,
dass wir ziemlich bald zum „Random Chess“ übergehen werden müssen, wonach viele
Eröffnungsbücher und –dateien unnützer Trödel sein würden."
"Das Schachbrett wäre wieder der Ort intellektueller Auseinandersetzung
und nicht Reproduktion konkreter Eröffnungskenntnisse."
Frank Quisinsky:
Im Jahr 2004 hatte unser Arena Team eine Downloadrate von 108.000 Setup Dateien,
davon waren ca. 14.500 Chess960 Setups. Arena wurde also 14.500x mit den
Chess960 Partner Engines heruntergeladen. Gerade Programme wie Betsy, das erste
Chess960 kompatible Programm, erfreut sich einer großen Beliebtheit. Unter den
Chess960 Programmierern war es Landon W. Rabern (Programmierer von Betsy)
der die ersten Weichen gelegt hat. Interessant ist die Prozentquote von
13,5% bei Computerschach interessierten Anwendern, die sich auch für Chess960
interessieren. Wie hoch schätzt Du die Prozentzahl in den Schachvereinen ein?
Wie viele Schachspieler in den Schachvereinen haben schon erste Erfahrungen mit
Chess960 gesammelt? Hast Du eine Schätzung parat?
Hans Walter Schmitt:
In unserem Verein Frankfurt-West treffen sich alle 2 Monate am 2. Freitag im
Monat die Chess960 Befürworter, mittlerweile ist die Teilnehmerzahl genauso hoch
wie bei Blitz- und Schnellschachturnieren, andere Vereine spielen schon
Clubmeisterschaften aus oder wie jetzt der Hessische Schachverband eine 1.
Offizielle Chess960 Meisterschaft. Meist ist es aber noch in den Klubs so, dass
die innovativen Kräfte von den Traditionalisten erpresst werden „Bei dem Scheiß
spiele ich nicht mit“ genauso wie die Raucher eine lange Zeit die Nichtraucher
immer wieder erpressten. Eine wichtige Beobachtung gibt es: „Wer einmal
freiwillig mitgespielt hat, bleibt dabei, weil hier sich der beste Spieler und
nicht der beste „Auswendiglerner“ durchsetzt. Wir bieten unsere Chess960 Kurse
auch unentgeltlich an der Chess Tigers Universität an und haben bisher 15
Studenten bei insgesamt 180. Dies scheint mir auch die Interessenlage in den
einzelnen Vereinen wieder zu spiegeln. 10% dafür, 80% interessiert und 10%
dagegen, die aber leider keine Argumente vorbringen, sondern nur an ihren
Besitzstand denken!
Frank Quisinsky:
Dieses
Jahr wird von Euch die erste Chess960 WM für Computerprogramme organisiert. Wir
haben derzeit 6 echte Engines die kompatibel zu Chess960 sind. Zwei weitere
Programmierer arbeiten derzeit nach meinem Wissen an dieser Kompatibilität. Ein
TOP Programmierer hat sein Interesse angekündigt. Wie ist der Zuspruch Eurer
Pressemitteilung zu dieser neuen Weltmeisterschaft zu werten?
Hans Walter Schmitt:
Du bist ja
gut informiert, woher hast Du die geheim gehaltenen Daten – wir rechnen mit 8-12
Engines, aber auch 6 wären genug, schade dass die ChessBase Fraktion komplett
nicht vertreten sein wird – Besitzstandswahrung, eigenes Süppchen, bzw. aktuelle
Geschäftsinteressen sprechen dagegen. Man kann ja nicht gerade behaupten, dass
die Schachwelt vom Wettbewerb lebt, wenn man die FIDE, DSB oder ChessBase
anschaut, das gilt auch für die kommerziell vertriebenen Engines!
24.01.2005,
Anmerkung von Frank Quisinsky (ich erlaube mir mal
ganz frech diesen Kommentar):
Mir ist es oftmals gar nicht Recht von "geheim gehaltenen Daten" zu
erfahren. Die Erfahrung zeigt, dass mich viele Begleitumstände von
"schachpolitischen" Themen zermürben. Ich genieße viel lieber die Kunst Schach /
Chess960, die Kunst der Programmierung die mir Martin Blume eindrucksvoll
und fast täglich demonstriert. Ich betrachte Schach weder als Spiel noch als
Sport. sondern als KUNST! Um mir meine Meinung zu wahren überlese ich "geheime
Informationen". Aufgrund meiner vielen Bemühungen im Amateurschachbereich habe
ich lernen müssen "zu überlesen". Beim Chess960 freue ich mich aber über jedes
Ereignis, denn ich sehe hier die positive Energie die letztendlich den Sieg
davontragen wird.
Frank Quisinsky:
Kommen wir zu dem von Dir organisierten Event in Mainz. Das allgemeine Interesse
des Events in Mainz wird immer größer. Wahrscheinlich finden sich schon mehr
Besucher ein als bei dem medienwirksamen Schachturnier in Dortmund. Zunächst
möchten wir Euch im Namen des Arena Teams zu diesem Erfolg gratulieren. Wie
schauen die Pressevorbereitungen für Mainz 2005 aus? Wird das Fernsehen Live
Übertragungen bringen? Wird es vielleicht bald gar eine Chess960 eigene
Zeitschrift geben?

Hans Walter Schmitt:
Die Vorbereitungen der Chess Classic Mainz 2005 laufen auf vollen Touren, der
Gesamtrahmen ist gesteckt für den 9.-14. August und Bewährtes führen wir
weiter, der Chess960 Bereich wird ausgebaut und der „Happening Charakter“ wird
beschleunigt mit Elementen für die Wenigzeitinhaber bzw. für den
Lobby-Aufbau wird was geboten. Sport und Entertainment wird für den Zuschauer im
Saal und zu Hause am Bildschirm forciert. Absolute Weltklasse ist Standard,
Breitenkonzept und Entertainment ein Muss! Das Presse Dramaturgie Konzept werde
ich hier jetzt nicht ausplaudern, aber es ist das wichtigste Instrument, um
Erfolg zu haben. Dabei kommt unserem Portal
http://www.chesstigers.de
die Hauptbedeutung zu, aber auch die Elemente Chess Tigers Kongress werden eine
enorme Wirkung erzielen für uns intern. Das Fernsehen ist immer noch dermaßen
geschockt von den Übertragungen der 7 Stunden Partien aus anderen Turnieren,
sodass Sie sich nicht an die von mir gewünschten Live-Übertragungen mit 4-5
Kameras herantrauen, aber es wird kommen wie beim Golf oder der Formel 1.
Frank Quisinsky:
Chess960 wird
in Deinem Leben sicherlich einen immer größeren Stellenwert einnehmen. Ich kann
mir gut vorstellen, dass Du immer mehr gefragt bist und auch mehr an
Arbeitsleistung und Zeitaufwand investieren wirst. Der Kreis der Helfer wird
sicherlich auch gestiegen sein, aber ist ein so riesiges Projekt nicht auch
gefährlich hinsichtlich der noch zur Verfügung stehenden Freizeit? Deine Familie
ist sicherlich sehr stolz auf das was Du schon alles für die Chess960 Gemeinde
ins Leben gerufen hast!
Hans Walter Schmitt:
Meine Familie
ist nicht stolz auf mich, dass ich das mache, sondern höchstens, wie ich es
mache: Ein Job mit Energie und Leidenschaft, mit Kompetenz und Nachhaltigkeit,
risikofreudig und professionell halt, mit allen Einschränkungen, die es momentan
beim Budget gibt. Der entscheidende Faktor für den Erfolg wird aber sein, dass
es mir gelungen ist, die absolut besten Leute für die Tigeridee zu begeistern.
Das macht riesigen Spaß „Alphatier“ im an Kompetenz und Realisierungskraft
strotzenden und kaum zu überbietenden Tigerfreigehege zu sein. Freizeiten nehme
ich mir genügend, wenn ich sie brauche, lange Pausen, wenn ich erschöpft bin und
die wichtigste Lebensweisheit meines Vaters (Landwirt) beherzige ich: „Man kann
nur Heu machen, wenn Wetter ist“ und instinktiv und mit all meinem Sachverstand
fühle ich: „Jetzt ist Heuwetter!!“.
Frank Quisinsky:
Chess960
beinhaltet in einer der 960 Startpositionen auch das "klassische Schach". Ein
Umstand den offenbar gerade die Szene der Computerschach interessierten Anwender
nicht so richtig versteht. Die Eröffnungstheorie im Schach ist meines Erachtens
noch lange nicht "ausgequetscht" und bildet noch für viele Jahre, ja sogar
Jahrhunderte reichlich Stoff. Dennoch ist gerade im Eröffnungsbereich aufgrund
der 960 Startpositionen ein Chess960 Spieler sehr viel mehr gefragt. Er kann
sich weitestgehend nicht auf bestehende Theorien von Schacheröffnungen berufen.
Eine Herausforderung für Schachspieler und natürlich auch
für Schachprogrammierer. Schachprogrammierer empfinden die Eröffnungstheorie
oftmals als langweilig und entwickeln lieber eigenen Heuristiken für die ersten
Züge bzw. Aufstellungsideen der Eröffnungsphase. Schach ist in den letzten
Jahrhunderten nicht weiterentwickelt wurden. Auch das königliche Spiel benötigt
über kurz oder lang einen Aufschwung in Richtung "Erweiterungen". Arena ist vor
ca. 2 Jahren kompatibel zu Chess960 geworden. Martin Blume ist ein großer
Befürworter von Chess960 und verwehrt sich nicht gegen den Fortschritt. Wie
schaut es mit anderen Programmierer von Benutzeroberflächen aus? Hast Du
Kontakte zu Firmen wie Convekta (Chess-Assistant), Lokasoft
oder Witali Braslawski
von der Chess-Akademie, dem Chessmaster Team oder ChessBase?
Hans Walter Schmitt:
Die Frage ist
höchst widersprüchlich. Die Programmierer haben Ihr Hauptaugenmerk auf schnelle
reproduzierende Elemente wie Eröffnungsbücher und Tablebases gelegt. Die wissen
doch gar nicht mehr, wie das Schach in der Eröffnung und im Endspiel
funktioniert, im Übrigen viele Schachspieler auch nicht mehr – es graust mich,
wenn ich beim Unterricht der Anfänger dabei bin und zuschauen muss, wie die
Kinder Zugfolgen einer Eröffnung eingebläut bekommen. Eröffnungsbücher und CDs
oder DVDs sind der Renner ganz im Sinne von ChessBase – richtig Schachspielen
lernt kein Schüler und kein Programm mehr – es ist zum verzweifeln diese
„Einfältigkeit“. Schach hat es verdient nach 500 Jahre Theorieverfeinerung in
der Startposition 518 jetzt einen höchstkompatiblen „Change“ zu bekommen, der
uns das Spiel fairer und betrugsfreier gestalten lässt. Den Rest lasse ich
unbeantwortet, weil ich keine Ahnung habe.
24.01.2005,
Anmerkung von Frank Quisinsky:
Eine "vielleicht" passende Gelegenheit ein Zitat von Martin Blume
einzufügen.
"Frank, die Schachprogrammierer wissen sicherlich alle, dass die Damen nicht
frühzeitig ins Geschehen einer Schachpartie eingreifen sollten. Hast Du schon
mal Schachprogramme gerade im Umgang mit den Türmen in der Eröffnungsphase einer
Chess960 Partie beobachtet? Denkst Du nicht auch, dass Schachprogramme bei einer
Chess960 Partie die Türme viel zu früh bewegen? Kann das richtig sein?"
Frank Quisinsky:
Hattest Du
jemals persönliche Kontakte mit Bobby Fischer nachdem Du seine Idee
derart gefördert hast bzw. förderst? Es gingen ja bekanntlich viele Meldungen um
Bobby Fischer durch die Presse, die Sensationslust der Schachspieler soll ja
befriedigt werden aber schaden diese Meldungen nicht
auch dem Chess960?
Hans Walter Schmitt:
Leider hatte
ich nie direkt Kontakt mit Fischer, aber es gibt vier indirekte
Verbindungslinien zu ihm. Einmal über das deutsche auswärtige Amt in Tokio und
New York und über zwei namhafte Großmeister. Letztendlich hat er sehr genau
Kenntnis über das was wir hier in Mainz treiben und er begrüßt unsere
Aktivitäten. Manche Kritiker beschimpfen mich, weil ich die Idee geklaut hätte,
ihr einen neuen Namen gegeben und würde gerne mich im Glanz von Fischer sonnen …
dies weise ich weit von mir: „Fischers Idee, wird von uns nur realisiert“.
Eigentlich hat Fischer kein Recht mehr an dieser großartigen Idee, weil er sie
so lange brachliegen ließ seit 1996 oder? Ich überlege mir ob ich nach Japan
fliegen und ein Gespräch zwischen Ideengeber und
Realisierer anstreben soll.
Frank Quisinsky:
In Zusammenhang mit dieser
Frage ist eine allgemeine Frage an Dich als Frontkämpfer interessant:
Wie groß schätzt Du den Einfluss von Negativ-Publicity ein? Es gibt Menschen,
die bevorzugen es, in der Öffentlichkeit, mit Negativ-Publicity nur so um sich
zu schießen um dadurch die Massen anzuziehen. Schön das
Chess960 durch positive Publicity glänzt! Verrate mir Dein Geheimnis wie
Du negatives so gut aus dem Themenkomplex heraushalten kannst!
Hans Walter Schmitt:
Sensationsmeldungen sind nicht mein Ding – Negativmeldungen auch nicht – Bluffs
schon mal ganz und gar nicht. Bei dieser Idee
braucht es keine Tricks, die Idee ist zu stark, unwiderstehlich wie ich meine.
Mein Erfolgsgeheimnis ist die emotionale Coolness und die sanfte Gewalt der
Argumente. Bestrafen tue ich gerne mit Großzügigkeit.
Mir ist
James Dean immer vor Augen, wenn zwei Streithähne mit Vollgas auf den
Abgrund zurasen, bloß, dass wir keine Autos fahren, sondern Argumente
austauschen. Ich habe viele Schlüsselprojekte für meinen Arbeitgeber gegen
übermächtige Gegner nur dadurch gewonnen, weil ich die Regeln des Schachs
angewendet habe, niemals die gleiche Variante zweimal, die Figuren (Team-Members)
richtig zusammen spielen lassen, logisch und strategisch vorgehen, den Gegner
auf allen Flügeln beschäftigen, Finten und Scheingefechte unterscheiden von den
echten Kampfplätzen, besonnen, nachhaltig und eiskalt die Chancen nutzen, die
der Gegner bietet. Ich glaube, deshalb besonders erfolgreich zu sein, weil ich
selbstbewusst, aber nicht überheblich bin und weil ich sehr gerne mit meinen
Freunden den Erfolg teile und den Misserfolg immer auf mich lade, Ausreden
gehören nicht in meine Werkzeugkiste – ich bin ein konsequenter
Entscheider und ich entscheide gerne mit meinem
ganzen Verstand und mit viel Gefühl.

"Das
sind meine Eltern ...
Peter Schmitt
(88,
verstorben am
12. August 2004)
und
Maria Schmitt (84)
bei meinen 50.Geburtstag. Denen beiden verdanke ich
alle Grundeigenschaften!!"
Frank Quisinsky:
Möchtest Du noch etwas loswerden oder abschließend noch ein paar Worte zu Euren
neuen Webseiten bzw. dem Turnier in Mainz 2005 verlieren?
Mir gehen die Fragen
aus ...
Hans Walter Schmitt:
Deine Fragen haben mich erschlagen, dass ist nicht fair gewesen von Dir, weil Du
mein ganzes Denken der letzten 8 Jahre abfragtest – ich habe mir Mühe gegeben
die Logik meines Denken und Handels zu erklären.
Einen Wunsch
hätte ich aber noch, ehe ich irgendwann ins Gras beißen muss – es ist bekannt,
dass die Revolution ihre Kinder frisst oder wie es die deutsch-europäischen
Auswanderer nach Nordamerika erfahren mussten beim Generationsdenken: „Der
ersten den Tod, der zweiten die Not und der Dritten das Brot“! Ich gehöre der
ersten Generation an und ich weiß was das „Alphatier“ erwartet, wenn die Kraft
nachlässt – trotzdem werde ich diesen Weg konsequent weitergehen, weil ich ihn
gehen muss.
Nennt dieses
Projekt einfach „Chess960“ und führt die Welt nicht mit dem Namen Fischer-,
Full-, Random-, Kreativ-, Reform-, Würfel-, Zufallsschach, FRC oder anderen
dummen Namen in die Irre. Die Umfrage hat 2001 unter 500 Befragten den besten
Namen ermittelt und wir, die Chess960 Befürworter, haben es selbst in der Hand,
dass einmal aus Chess960 dann Chess wird!
24. / 25.01.2005, Anmerkung von
Frank Quisinsky:
Der Name Chess960 sollte einheitlich genutzt
werden. Wir selbst benutzten den Namen FRC, nicht zuletzt wegen den Logos
der Engines bzw. auch der bisherigen Namensgebung in Verbindung mit unseren
Setup Files. Richtig und für mich auch logischer wäre der Name Chess960.
Mit den nächsten verfügbaren Setup Files von Arena wird die entsprechende
Änderung erfolgen. Auf den Webseiten erfolgte am 25.01.2005 eine Änderung, so
dass wir "gemeinsam" den Begriff
Chess960 einheitlich nutzen.
24.01.2005, Hinweis von
Reinhard Scharnagl:
Unter den Namen FullChess verstehen wir heute die Obermenge aller zum
klassischen 8x8 Schach und 10x8 Schach kompatiblen Varianten.
25.01.2005, Download: Geänderte
Grafiken von Wilhelm Hudetz:
Wilhelm Hudetz, der Grafiker im
Arena Team, übersandte uns sofort nach Veröffentlichung des Interview die
geänderten Engine Logos. In den Logos wird nun der Name Chess960 anstatt FRC
verwendet.
chess960-logos.zip (0,23 Mb)
Frank Quisinsky:
Sehr viele Deiner Anmerkungen regen zum Nachdenken an. Andere Äußerungen geben
uns interessante Informationen rund um Chess960. Dieses Interview hat mir sehr
viel Spaß bereitet, mich oft nachdenklich gestimmt und animiert. Meines
Erachtens fehlt es der Schach-Szene in journalistischen Positionen an
Persönlichkeiten. Einen Hans-Walter Schmitt wünschen sich sicherlich
viele Schachfreunde auch für andere innovative Events.
Animation steht bei Arena
neben Kompatibilitäten an erster Stelle und von daher freue ich mich über dieses
Interview.
Vielen
Dank für das Interview und weiterhin viel Erfolg
(privat und beruflich).
Die vielen Gladiatoren
werden das Turnier in Mainz sehr gerne beobachten.
Wir wünschen den Chess960 Programmierern viel Glück bei dem Unterfangen den
ersten Chess960 Weltmeistertitel zu erringen.

Arena bietet Chess960 Support!

Reihenfolge der Verfügbarkeit!
Betsy war die erste Engine mit Chess960 Support!
Weitere
Quellenangaben zu den "echten" Chess960 Engines:
01. Betsy
von
Landon W.
Rabern
(USA)
02. Chispa
von
Federico Andrés
Corigliano (Argentinien)
03. TheBaron
von
Richard Pijl
(Niederlande)
04. Hermann
von
Volker
Annuss
(Deutschland)
05. Frenzee
von
Sune Fischer
(Dänemark)
06. Gothmog
von
Tord Romstad (Norwegen)
Schweich, 24.
Januar 2005
Frank Quisinsky
andere Webmaster könnten direkt aufrufen unter:
http://www.playwitharena.com/directory/interviews/hwschmitt_iv.htm |